Was ist ein EDC
Der Begriff EDC steht für „EveryDay Carry“ und beschreibt das tägliche Mitführen bestimmter Gegenstände.
Für die Krisenvorsorge ist das EDC von erheblichem Wert, da es das ist, was man jederzeit sofort verfügbar am Mann hat.
Unser EDC ist also das erste, auf das wir in einer Notsituation zugreifen können.
Nicht nur für Krisensituationen ist ein EDC sinnvoll, auch im Alltag erweitert das EDC unsere Möglichkeiten erheblich.
Ein Taschenmesser zum Öffnen von Paketen oder zum Schneiden eines Apfels.
Etwas im Dunkeln verloren, schnell die Taschenlampe eingeschaltet.
Wie finde ich das Richtige EDC für mich:
Als Einsteiger wird man relativ schnell feststellen, dass es sehr viele EDC-Gegenstände gibt, die auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen.
Damit läuft man aber Gefahr hier sehr viel Zeugs zu bestellen, welches man dann ohnehin nicht mitnimmt, weil dafür einfach kein Platz ist.
Um auch tatsächlich einen Mehrwert vom EDC zu haben muss so gestaltet werden, dass es jeden Tag mitgenommen wird.
Unabhängig davon wo man ist und ob in der Arbeitskleidung, kurzen Hose, Anzug oder Lederhose – das EDC ist immer mit dabei.
Kompaktheit und Alltagstauglichkeit ist damit wichtiger als ein umfangreiches „EDC“, das man dann die meiste Zeit zuhause lässt.
Die Basics für ein gutes EDC
Jedes gute EDC sollte mindestens aus den folgenden Gegenständen bestehen:
- Brieftasche für Ausweis(e), Bankomatkarten und Bargeld
- Ein Schlüsselbund mit den wichtigsten Schlüsseln
- Das Smartphone
- Ein Messer
- Die Armbanduhr
Brieftasche
Ausweis(e), Bankomatkarten und Bargeld werden meist klassisch in einer kleinen Brieftasche mitgeführt.
Neben den klassischen Scheckkarten wie den Führerschein, die E-Card, Bankomatkarte, Kreditkarte und co, empfehle ich jedem sich auch zusätzlich noch einen Personalausweiß ausstellen zu lassen und mitzuführen.
Der Personalausweiß gilt im Unterschied zum Führerschein nämlich auch als Reisedokument – ähnlich wie der Reisepass.
Auf österreich.gv.at heißt es dazu:
„Bei jedem Grenzübertritt ist ein Reisedokument mitzuführen, und zwar auch bei Reisen in die EU bzw. in Schengen-Staaten. Dies gilt auch bei kurzen Fahrten ins Ausland.
Reisedokument ist bei Reisen innerhalb der EU bzw. innerhalb des Schengen-Raumes neben dem Reisepass auch ein gültiger Personalausweis. Der Führerschein ist kein Reisedokument, ebenso wenig der Identitätsausweis.“
Auch das Mitführen von Bargeld ist wichtig.
In einer Ausnahmesituation kann man mit Bargeld häufig noch Güter ergattern oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
Im Alltag kann damit bei nicht funktionierender Karte, Ausfall des Bezahlsystems an der Kasse und anderen Problemen noch bezahlt werden.
Man sollte auch immer ein paar 50 Cent und 1 -und 2€ Münzen mithaben um bei Raststationen auf die Toilette gehen zu können oder für Zahlungen an Automaten.
Für mich ist das Bezahlen mit Bargeld außerdem eine Prinzip Sache, da ich nicht möchte das alles was ich einkaufe von Banken, Supermarktketten und co dokumentiert wird.
Der Schlüsselbund
Der persönliche Schlüsselbund mit dem wichtigsten Schlüssel.
Dazu gehören Haus – oder Wohnungsschlüssel, Autoschlüssel, der Schlüssel für die Arbeit, und co...
Es gibt spezielle Schlüssel-Organizer, mit der sich Schlüssel kompakter mitführen lassen. In der Praxis ist es aber so, dass meine Schlüssel von Form, Dicke und Länge so unterschiedlich sind, dass ich mit keinem der Organizer meine Schlüssel unterbringen kann – daher bin ich wieder beim klassischen „Schlüsselbund“.
Smartphone
Das Smartphone hat heute sowieso schon jeder mit dabei.
Auch aus Sicht des EDCs ist es sehr wichtig, da es sehr viele nützliche Funktionen bietet.
Neben der Kommunikation (Telefon, Internet, teilweise sogar Satellit), kann das Smartphone auch mit den entsprechenden Apps als Navi, Rechner, Notizblock, Kamera, Recherchewerk oder Uhr verwendet werden.
Die meisten Smartphones verfügen auch über eine Taschenlampe, jedoch sollte man sich von dieser nicht zu viel versprechen, weil sie von der Leuchtstärke nicht mit dedizierten Taschenlampen vergleichbar sind.
Aus Sicht der Krisenvorsorge sollte man darauf achten, dass der Akku über Nacht geladen wird, damit er am Morgen voll ist.
Sollte der Akku bereits Probleme verursachen, dann sollten Sie frühzeitig über einen Akku Tausch nachdenken.
Das Handy sollte außerdem mit Schutzhülle und Schutzfolien ausgerüstet werden um Beschädigungen durch den Kontakt mit anderen EDC-Gegenständen zu vermeiden.
In meinem Fall sitzt das Smartphone in der gleichen Hosentasche wie das Messer und das würde dazu führen, dass Beulen und Kratzer ins Smartphone kommen
Solltest du überlegen dir ein neues Smartphone zuzulegen, solltest du auf folgende Punkte Wert legen:
- Hohe Akkulaufzeit – desto mehr, desto besser
- Genügend Speicherplatz für OFFLINE Google Maps Karten
- Die Funktion „Notruf SOS via Satellit“ (ab iPhone 14) ist ein großes Plus
Messer
Seit ich ein Messer dabei habe, nutze ich es auch fast täglich. Ein Faden der abzuschneiden ist, ein Karton der aufgeschnitten werden muss oder ein Apfel der für die Kinder in Scheiben geschnitten werden muss, irgendwas fällt immer an.
Auch für die Selbstverteidigung hat ein Messer seine Daseinsberechtigung. Ein gezücktes Messer hat eine sehr abschreckende Wirkung auf einen Angreifer.
Kein anderes Werkzeug ist vielseitiger einsetzbar als das Messer.
Aus diesen Gründen darf kein Messer in einem guten EDC fehlen.
Die besten Arten von Messern für das tägliche Führen, sind Klappmesser oder kleine Multitools, wie das „Schweizer Taschenmesser“ oder der „Leatherman“.
Beide kommen in der Regel mit einem Taschenclip und können für einen schnellen Zugriff an der Hosentasche befestigt werden. Hier empfehle ich: Rechtshänder an der rechten Hosentasche, Linkshänder an der linken Hosentasche.
Klappmesser
Ein Klappmesser hat in der Regel eine viel größere und stabilere Klinge.
Damit ist es besser geeignet für Selbstverteidigungszwecke, größere Schneidearbeiten oder Hebelarbeiten.
Durch das, dass bei einem Klappmesser keine zusätzlichen Werkzeuge dabei sind, ist es viel dünner und als ein klassisches Multitool und lässt sich damit super in der Hosentasche mitführen.
Zum Starten empfehle ich die günstigen Klappmesser aus dem
Baumarkt von Milwaukee. Speziell von den Beiden Modellen Kompakt und Fastback
bin ich begeistert. Das Kompakt hatte ich circa ein Jahr dabei und wollte dann
ein größeres -> Fastback, dass ich jetzt auch schon etwa ein Jahr jeden Tag
im Einsatz habe. Die Messer sind auch in Camofarbe verfügbar, für die die rot
nicht mögen.
Der Vorteil bei einem günstigen Messer ist, dass man damit auch tendenziell mehr macht. Ein 200€ Klappmesser hätte ich da bei gewissen „dreckigeren“ (Kontakt mit Chemikalien, Klebstoff, …) nicht rausgeholt.
Und genau darum geht es - > Gegenstände die wir jeden Tag dabeihaben und auch NUTZEN.
Multitool
Statt ein reines Messer zu nehmen, kann man auch ein Mutlitool nutzen. Hier muss jedoch gesagt werden, dass die günstigen Varianten wirklich schlecht sind.
Entweder die Werkzeuge verspießen sich ständig, oder werden ständig locker, das Messer ist nicht scharf und die allgemeine Qualität ist einfach Welten entfernt von Markenherstellern wie Leatherman, Victorinox oder Gerber.
Wenn’s ein Multitool sein soll, dann sollte man daher etwas tiefer in die Tasche greifen und ein Markenprodukt nehmen.
Primär sollte man darauf achten eine entsprechende Klingenlänge zu wählen, die auch mit die eins Klappmesser mithalten – 6cm sollten es schon sein.
Nicht zu unterschätzen sind auch das Gewicht und die Dicke des Multitools – ich hatte mal einige Wochen einen Leatherman Charge im Einsatz – super Tool, nur leider hat dessen Dicke dazu geführt, dass der Zugriff auf andere Gegenstände in der Hosentasche sehr erschwert wurde, und das Gewicht des Tools hat die Hosentasche in kürzester Zeit beschädigt.
Schlussendlich habe ich das Multitool jetzt für kleinere Arbeiten im und ums Haus im Einsatz (in einer Gürteltasche), aber im EDC-Bereich bin ich wieder zurück zum Klappmesser.
Armbanduhr
Sieht gut aus und zeigt die Tageszeit an.
Da man sie am Handgelenk trägt, nimmt sie auch keinen zusätzlichen Platz ein.
Prinzipiell rate ich von den meisten Smart Watches ab, da mir dort die Akku-Laufzeit viel zu gering ist und ich nicht jeden zweiten Tag meine Uhr aufladen wollen würde.
Die meisten Funktionen die eine Smart Watch erledigt, können auch vom Smartphone aus gemacht werden.
Wenn es aber doch eine Smart Watch werden soll und entsprechendes Budget ausgelegt werden kann, würde ich eine der Garmin Uhren mit eingebauter Taschenlampe nehme – die Uhren halten je nach Modell ca. 30 Tage oder länger und die Taschenlampe mit 300 Lumen ist wirklich ausreichend für die meisten Fälle.
Außerdem benötigen die Garmin Modelle keine Verbindung zum Smartphone um zu funktionieren.
Oder auch einfach eine ganz normale Analog – oder Digitaluhr.
Erweiterungen im EDC
Bei der Menge an Produkten und Ideen auf die man kommen
kann, kann es schnell passieren, dass zu viele Gegenstände angeschafft werden,
die dann schlussendlich nicht zum Einsatz kommen oder es gar dazu führt, dass
das Thema EDC komplett aufgegeben wird.
Ein EDC muss ohne Nachdenken immer dabei sein. Wenn ich in der Früh aus dem Haus gehe, darf ich mir nicht drüber Gedanken machen müssen, ob mein gesamtes EDC jetzt dabei ist oder nicht. Es ist immer in den Hosentaschen und beim Wechseln der Kleidung wechseln ALLE Gegenstände von der alten in die neue Hose.
Um dem Konzept treu zu bleiben sollte damit jede Ergänzung zu den zuvor behandelten Basisgegenständen sehr kritisch gesehen werden.
Nichtsdestotrotz gibt’s es einige Gegenstände die viele in der Krisenvorsorge Szene täglich zusätzlich mitnehmen und die auch bei mir immer wieder zeitweise ins EDC wandern:
- Taschenlampe: Die Taschenlampe am Smartphone ist oft nicht ausreichend und gerade im EDC-Bereich gibt es mittlerweile sehr schlanke und leistungsfähige Lampen mit bis zu 1000 Lumen. Wenn man mal eine Zeit lang eine Taschenlampe dabei hat, nutzt man sie in der Regel auch sehr oft.
- Stift und Papier: Ein paar Stück leeres Papier in der Brieftasche und ein Kugelschreiber um Notizen zu machen. Der Vorteil bei physischem Papier ist, das es abgelegt werden kann und man damit Nachrichten für andere Personen hinterlassen kann.
- Feuerzeug: Ein BIC-Feuerzeug umwickelt mit Panzertape. Zur Not kann damit ein Feuer gemacht werden. Das Umwickelte Panzertape kann entweder für kleine, temporäre Reparaturen oder als Zunder für ein Feuer verwendet werden.
Zusammenfassung
EDC steht für „Everyday Carry“ (EDC) also Gegenstände, die man täglich bei sich trägt, um im Alltag und in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.
Ein gutes EDC sollte kompakt und funktional sein, damit es immer griffbereit ist und einen praktischen Mehrwert bietet.
Wichtige Bestandteile eines guten EDC sind:
- Brieftasche Eine Brieftasche mit wichtigen Dokumenten und etwas Bargeld für Notfälle oder wenn Kartenzahlungen nicht möglich sind.
- Schlüsselbund: Der Schlüsselbund sollte die wichtigsten Schlüssel für Zuhause, Auto und Arbeit enthalten.
- Smartphone: Ein unverzichtbares Gerät mit vielen Funktionen wie Kommunikation, Navigation, Kamera und Notfall-Tools. Es sollte immer gut geschützt und aufgeladen sein.
- Messer: Ein Taschenmesser oder Klappmesser ist ein vielseitiges Werkzeug für alltägliche Aufgaben und Selbstverteidigung. Alternativ kann auch ein Multitool genutzt werden, wobei besonders hier hochwertige Markenprodukte empfohlen werden.
- Armbanduhr: Auch die Armbanduhr ist ein praktischer Alltagsgegenstand der durch Tragen am Handgelenk anderen Gegenständen auch keinen Platz wegnimmt.
Das wichtigste beim EDC ist, dass – wie es auch aussieht – immer dabei ist, damit ist jede Erweiterung kritisch zu sehen.
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